Rezension: Timur Vermes - Die Hungrigen und die Satten

Mittwoch, 17. Oktober 2018


  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1. Aufl. 2018 (27. August 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783847906605
  • ISBN-13: 978-3847906605
  • ASIN: 3847906607
  • Originaltitel: Die Hungrigen und die Satten
  • Größe und/oder Gewicht: 14,2 x 4 x 22,1 cm
  • Preis: 22,00€
Deutschland hat eine Obergrenze für Asylsuchende eingeführt, ganz Europa ist bis weit nach Nordafrika hinein abgeriegelt. Jenseits der Sahara entstehen riesige Lager, in denen Millionen von Flüchtlingen warten, warten, warten. So lange, dass man in derselben Zeit eigentlich auch zu Fuß gehen könnte, wäre das nicht der sichere Tod.

Als die deutsche Starmoderatorin Nadeche Hackenbusch das größte dieser Lager besucht, erkennt der junge Lionel die einmalige Gelegenheit: Mit 150.000 Flüchtlingen nutzt er die Aufmerksamkeit des Fernsehpublikums und bricht zum Marsch nach Europa auf. Die Schöne und die Flüchtlinge werden zum Quotenhit. Und während sich der Sender über Live-Berichterstattung mit Zuschauerrekorden und Werbemillionen freut, reagiert die deutsche Politik mit hilflosem Wegsehen, Kleinreden und Aussitzen. Doch je näher der Zug rückt, desto mehr ist Innenminister Joseph Leubl gefordert. Und desto dringlicher stellen sich ihm und den Deutschen zwei Fragen: Was kann man tun? Und in was für einem Land wollen wir eigentlich leben?

Timur Vermes‘ neuer Roman ist eine Gesellschaftssatire, aktuell, radikal, beklemmend und komisch zugleich. DIE HUNGRIGEN UND DIE SATTEN fängt dort an, wo der Spaß aufhört.




Das Cover ist schlicht gehalten, wie auch schon bei seinem ersten Buch. Besonders gelungen fand ich den Stacheldraht, der über den Hungrigen ist während die Satten "frei" sind. Hier wurde schon das Thema sehr gut aufgegriffen und im Nachhinein finde ich das Cover einfach perfekt. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir nicht sehr leicht, es dauert eine Zeit sich an die überzogene Art zu gewöhnen um der Story richtig folgen zu können. Wenn man dann aber erstmal drin ist, gibt es kein halten mehr und die Neugier treibt einen immer weiter. 

Selten habe ich so übertriebene Personen in einem Buch kennengelernt wie hier, allerdings muss man dazu sagen, dass ich selten Satire lese. Als bestes Beispiel dürfte Nadeche gelesen, sie ist herrlich dumm, sensationsgeil und sie spielt eine wichtige Rolle. Trotzdem hat auch sie mich zwischendurch überrascht und begeistert. Es gibt so viele interessante Personen, die alle irgendwie eine wichtige Rolle spielen und auf ihre Art besonders sind, eins haben sie alle gemeinsam, sie zeigen das es sich hier um eine Satire handelt.

Das Ende ist überraschend, auch wenn ich nicht mit einem positiven Ende gerechnet hätte, war dieser Ausgang sehr radikal und ich musste das Ende ich erstmal sacken lassen. 
Ein weiterer positiver Faktor ist, dass der Autor es geschafft hat wirklich alle einzubeziehen, die es verdient haben vom Schlepper über die Medien bis hin zur Politik. 

Auch wenn der Einstieg in das Buch nicht ganz meinen Geschmack traf, fand ich die Entwicklung gelungen und bin hier gut unterhalten worden. Die Thematik dürfte nicht aktueller sein und somit gibt es immer wieder Verbindungen zur Realität auch wenn das hier eine Satire ist.
Dieses Buch ist nicht unbedingt "einfach" zu lesen und ich denke vor allem, dass man dem Thema offen gegenüber sein muss. Aber immerhin handelt es sich hier um eine Satire und die ist dem Autor definitiv gelungen. Herrlich überzogene Realität die einem schon Angst machen kann wenn im nächsten Augenblick nicht etwas völlig verrücktes passiert. Für mich auf jeden Fall ein Leseerlebnis!





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