Rezension: Jodi Picoult - Kleine große Schritte

  • Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
  • Verlag: C. Bertelsmann Verlag (2. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570102378
  • ISBN-13: 978-3570102374
  • Originaltitel: Small Great Things
  • Größe und/oder Gewicht: 14,3 x 4,8 x 22,1 cm
  • Preis: 20,00€
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Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …


Jodi Picoult, geboren 1966 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin versteht es meisterhaft, über ernste Themen unterhaltend zu schreiben. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann in Hanover, New Hampshire.
Dieses Buch hat mich sofort interessiert, nicht nur das es von der unglaublichen Jodi Picoult geschrieben wurde sondern auch wegen der Thematik. Ich finde dieses Thema sehr wichtig und war umso gespannter, wie die Autorin die Story umsetzen würde. Das Cover ist einfach nur traumhaft, ich habe selten ein Buch so gerne in der Hand gehalten und mir das Cover angesehen, wie bei diesem Buch. Ich bin verliebt in diese Farbkombination, mit den Blumen ergibt sich ein wunderschönes Gesamtbild. Dieses Buch hat auf jeden Fall einen Ehrenplatz verdient!

Die Autorin zeigt sich mal wieder von ihrer besten Seite, sie erzählt spannend, gefühlvoll und trotzdem mit einer Leichtigkeit, sodass die Seiten nur so dahin fliegen. Ich habe gerade beim Thema Rassismus ein Buch erwartet, dass sich nur schwer verdauen lässt aber die Autorin schafft es fast "spielerisch" mich zum nachdenken anzuregen ohne mich dabei zu überfordern. Der Wechsel der Perspektive ist ein absoluter Pluspunkt, denn so bekommt man nicht nur den Blick aus Ruth's Sicht sondern lernt auch den Vater des verstorbenen Babys kennen, Turk, der ein Skinhead ist, kontinuierlich ist sein Hass zu spüren und wir blicken aber auch hinter die Fassade. Zu guter Letzt kommt dann noch die Verteidigerin Kennedy dazu, die alles nochmal durch einen anderen Blickwinkel betrachtet.

Die Charaktere sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht und das hat die Autorin grandios rüber gebracht, alle drei lernen wir auf interessante Weise kennen, nicht jeder punktet mit Sympathie aber alle drei sind verständlich. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar auch wenn ich nicht allem zustimmen möchte aber ich verstehe es.

Es ist traurig, dass dieses Thema immer noch so präsent ist und gleichzeitig totgeschwiegen wird, denn Rassismus geht uns alle etwas an und wir sollten nicht die Augen verschließen vor diesem Thema! Ich denke dieses Buch wird einen noch lange "verfolgen" und das ist positiv gemeint, ich bin dadurch ins Grübeln gekommen und habe nun wieder einen anderen Blick auf die Dinge!

Selten hat mich ein Buch so nachdenklich gemacht und mich trotzdem nicht runter gezogen. Ich fand die Thematik spannend und vor allem die Umsetzung der Autorin hat mich beeindruckt. Ein absoluter Pageturner, dem ich jedem ans Herz legen kann! 




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