Rezension: Paulo Coelho - Untreue



  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 5 (24. September 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257069081
  • ISBN-13: 978-3257069082
  • Originaltitel: Adultério
  • Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 2,7 x 19,5 cm
  • Preis: 19,90€

›Ich will dir treu sein und dich ewig lieben. In guten wie in schlechten Zeiten. Bis dass der Tod uns scheidet.‹ Wenn es nur so einfach wäre! Linda hat alles, doch das Entscheidende fehlt. Hat sie den Mut, die Frage nach der Leidenschaft zu stellen? Denn zu einer großen Liebe ist man ein Leben lang unterwegs.



Paulo Coelho, geboren 1947 in Rio de Janeiro.
Alle seine Romane, insbesondere Der Alchimist, Veronika beschließt zu sterben, Elf Minuten und zuletzt Die Schriften von Accra, sind Weltbestseller, wurden in 80 Sprachen übersetzt und erreichten eine bisherige Weltauflage von über 165 Millionen Exemplaren. Seine Reflexionen und die Themen seiner Bücher regen weltweit Leser zum Nachdenken an und dazu, ihren eigenen Weg zu suchen.

Ein recht schlichtes Cover, üblich für die Diogenes Bücher. Mein erstes Buch von Paulo Coelho, aber ich habe bisher schon so einiges von ihm gehört. Seine Bücher sind dafür bekannt, Botschaften zu übermitteln und zum Nachdenken anzuregen.  Dieses Buch hat mich nicht enttäuscht und ich kann den Meinungen voll und ganz zustimmen, ich hatte jedoch einige Punkte, die mir nicht so gut gefallen haben.

Von der ersten Seite an, merkt man die Leichtigkeit im Schreibstil, Charaktere sind sehr ausgeprägt beschrieben sodass es sich anfühlt ihr gegenüber zu stehen und man fühlt sich angesprochen. Ich bin sehr gut in die Geschichte hinein gekommen. Protagonistin ist die 30 Jährige Linda, eine erfolgreiche Redakteurin, verheiratet und zwei Kinder. Alles wirkt perfekt, zumindest auf den ersten Blick. Dia Fassade vom perfekten Leben bröckelt, Linda fragt sich ob sie schon alles erreicht hat und wie es weiter gehen soll. Sie stellt ihr ganzes Leben in Frage und steuert auf eine große Krise zu, bis sie eines Tages auf ihren alten Jugendfreund trifft und sich Hals über Kopf auf eine Affäre mit ihm einlässt. Man könnte meinen es ist der Anfang vom Ende.

Ich konnte mich sehr gut mit Linda identifizieren, doch ihren Schritt zu einer Affäre ist für mich nicht so ganz nachvollziehbar gewesen. Einen Neuanfang um sein Leben umzugestalten, stelle ich mir anders vor. Es wirkt eher so als würde sie alles hinschmeißen und nicht über die Konsequenzen nachdenken. Linda eiert von einem Fettnäpfchen zum anderen, sie verliert ihr Ziel aus den Augen und verrennt sich förmlich in die unpassendsten Situationen. Natürlich besteht das Leben nicht nur aus Liebe und Glück, die Schattenseiten gehören auch dazu aber ihre Handlungen sind teilweise sehr überzogen. Da waren dann auch die Punkte, wo ich den Bezug zur Realität nicht wirklich gefunden habe, durch diese Handlungen wirkte die Geschichte einfach aufgebauscht.

Ich denke Menschen die solche Situationen erlebt haben, bzw. Affären hatten/haben, können sich mit der Geschichte besser identifizieren aber mir fiel es an gewissen Stellen einfach sehr schwer, der Geschichte zu folgen. Den Grundgedanken kann ich verstehen, sie versucht einen Ausweg aus dem trostlosen und immer gleichen Leben zu finden aber ihre Vorgehensweise ist manchmal sehr verwirrend.



Ein interessantes Buch über den Aufbruch zu neuen Wegen auch wenn die Vorgehensweise etwas überzogen ist, der Schreibstil ist klasse, ich kann die Begeisterung für den Autor voll und ganz verstehen und doch haben mir ein paar Aspekte gefehlt um das Buch perfekt zu finden. 


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