Rezension: Christina Krüsi - Das Paradies war meine Hölle



  • Taschenbuch: 296 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. Juli 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342678565X
  • ISBN-13: 978-3426785652
  • Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 1,9 x 19,2 cm
  • Preis: 9,99€ (gekauft als Mängelexemplar 3,50€)

Christina Krüsi verbringt die ersten Jahre ihrer Kindheit wie im Paradies. Ihre Eltern sind Missionare mitten im Urwald Boliviens. Doch die Welt verdüstert sich schlagartig, als ihre Familie ins Basiscamp umzieht, wo das Mädchen an geheimen Ritualen teilnehmen muss. Kollegen ihres Vaters bestimmen Christina Krüsi und einige ihrer Mitschüler zu »Auserwählten«, erkennbar an einem Schnitt an der Innenseite des Knies. So wird sie zum Freiwild und über Jahre hinweg missbraucht. Erst als sie erwachsen ist, kann Christina Krüsi die traumatischen Erlebnisse aufarbeiten. Heute setzt sie sich dafür ein, dass ihre Geschichte an die Öffentlichkeit gelangt, um so anderen zu helfen, denen es ähnlich erging.



 

Christina Krüsi, geb.1968, wächst als zweites von sechs Kindern im Urwald Boliviens auf. Als Jugendliche kehrt sie mit ihrer Familie in die Schweiz zurück. Nach ihrer Ausbildung verbringt sie einige Jahre in der Elfenbeinküste in Afrika, was ihr einen grossen interkulturellen Erfahrungsschatz beschert. Sie bewegt sich mühelos in verschiedenen Kulturen und schöpft aus deren Fülle.


Das Cover hat mir sehr gut gefallen, es ist nicht so schlicht, hat eine persönliche Note und man weiß worum es geht.

Der Schreibstil ist angenehm, sachlich und zu gleich sehr persönlich, das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben, was die Geschichte sehr greifbar macht und dadurch bei mir viel einfach angekommen ist. Natürlich wirkt die Geschichte dadurch auch noch bedrückender und bewegt einen mehr.

Es ist grausam was Christina in ihrem Alter durchleben muss, zu wissen das diese Geschichte genauso stattgefunden hat, hat mich sehr mitgenommen. Andere Kinder in ihrem Alter konnten unbeschwert herumtollen und all das ist ihr nicht vergönnt gewesen.

Ich finde es sehr mutig, das Christina sich dazu entschlossen hat, diese Geschichte zu Papier zu bringen, erst einmal denke ich das sie dadurch, alles etwas besser verarbeiten konnte und zum anderen lässt sie uns dadurch an ihrem Schicksal teilhaben.



Besonders gefallen hat mir, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt, nichts wird verschönert oder abgemildert, es ist sehr bildlich beschrieben, sodass man das Gefühl hat, hautnah dabei zu sein. Zusätzlich gibt es noch vier Seiten Bildmaterial, was die Geschichte nochmals untermalt.
Dadurch, dass alles so erschütternd und real ist, hat das Buch bei mir verschieden Gefühle hervorgerufen und ich werde dieses Buch definitiv, so schnell nicht vergessen. Absolut lesenswert, hoffentlich kann man das so sagen. Eine interessante Teilbiografie einer Frau, die heute auf viele schwierige Zeiten zurück sehen kann.




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